15.01.2014 / Allgemein / /

Schulweg – Ein Erfahrungsbericht

Verlängerung Schulweg – Ein Erfahrungsbericht

Als wir in unser Haus „ännet em Gofi“ einzogen, war uns klar, dass dies für unsere Kinder einen sehr viel längeren Schul- und Kindergartenweg bedeuten würde. Wir nahmen dies angesichts der schönen Wohnlage in Kauf und unsere Kinder sind recht ausdauernde Wanderer geworden. Allerdings haben wir diesen langen Schulweg bewusst in Kauf genommen, er wurde uns nicht durch einen Sparentscheid der Gemeinde aufgezwungen.
Der längere Schulweg bedingt eine bessere Planung der ausserschulischen Aktivitäten, denn neben Schulweg und Hausaufgaben bleibt weniger Zeit für alles andere. Das Hauptproblem ist aus meiner Erfahrung aber die sehr viel kürzere Mittagspause. Häufig ist es eine knappe halbe Stunde, die gerade zum Essen und Zähneputzen reicht. Ich habe also grosses Verständnis für alle diejenigen Eltern, die sich Sorgen um ihre Familienorganisation machen, wenn die Schulwege nun wegen der Zusammenlegung der Standorte länger werden. Denn sind wir ehrlich: modernes Familienmanagement erfordert hohe koordinatorische Fähigkeiten, jede Änderung im Gefüge ist wie Sand im Getriebe eines laufenden Motors.
Es gibt verschiedene Lösungsstrategien: Man kann den Schulweg verkürzen, indem man den Kindern – möglichst unmotorisierte – Räder unter die Füsse gibt. Allerdings haben Trottinettes auch ihre Tücken – sie werden nämlich dauernd gestohlen. Nachdem wir innert einem Jahr für jedes Kind zwei neue Gefährte dieser Art anschaffen mussten, haben sie sich freiwillig fürs Laufen entschieden. Natürlich könnte man auch einen Schulbus organisieren, allerdings stellen sich hier auch Gleichbehandlungsprobleme: Wieso soll es den Bus nur für die Quartiere geben, deren Schulweg durch die Schulhauszusammenlegung länger wird? Auch ist der Schulweg ein nicht zu unterschätzender Erfahrungsraum für die Kinder. Die beste Lösung wäre aus meiner Sicht eine Verlängerung der Mittagspause, denn während man sich daran gewöhnt, dass man am Morgen zehn Minuten eher gehen muss und am Nachmittag zehn Minuten später zu Hause ist, kann man die um zwanzig Minuten verkürzte Mittagspause nicht kompensieren – und von mehr Mittag würden alle profitieren, auch die, deren Schulweg sich nicht ändert.

Wo liegen die Probleme aus Ihrer Sicht und wie kann man sie lösen?